Der Bandname klingt schwer nach Gangsta-Rap oder mindestens nach leicht "explizitem" Hip-Hop. Doch siehe da: BRTHR glänzen mit feinstem Country-Blues. Zu dieser ersten Überraschung gesellt sich gleich noch eine zweite. Denn das Duo, das hier sein Debüt abliefert, kommt aus Deutschland, genauer gesagt aus Stuttgart. Philipp Eissler und Joscha Brettschneider heißen die beiden Musiker, die hier mit Gitarren, Bass, dezenten Orgelsounds, Lap-Steel und einer alten Rhythmusmaschine zehn wunderbar schlichte Songs aufs Parkett zaubern.

Das erinnert ein wenig an den frühen J. J. Cale, ein wenig an William Fitzsimmons, und besitzt doch eine entspannte, unaufdringliche Eigenheit, die sich auch nach mehrmaligem Hören nicht abnutzt. Dezente Melancholie im Gesangsduett ist hier zu bestaunen wie etwa im großartigen "Some-where Else Tomorrow", eine countryselige Schwermut, die seltsam leicht daherkommt und vielleicht gerade deshalb umso nachhaltigeren Eindruck hinterlässt.