Der Name Pharmakon - als Heilmittel wie Gift - ist Programm: Letzteres benutzt Margaret Chardiet, um zu Ersterem zu gelangen. Denn manches, das sich hier als Musik gibt, klingt eher so, als wäre jemand in Seenot geraten. Da dröhnen die Maschinen im Schiffsrumpf, das von Menschen Geschweißte ächzt, und jemand schreit infernalisch um sein Leben. Das Schaffen Pharmakons wird denn auch als Industrial Noise verortet. Der Sound des neuen Albums wiegt bleischwer und die Atmosphäre ist vergiftet.

Nach "Bestial Burden" (2014), der thematischen Trennung von Körper und Geist, ist die New Yorkerin diesmal auf der Suche nach Transzendenz durch martialische Trance. Die Überwindung individueller Existenz - Schopenhauer lässt grüßen - angesichts eigener Endlichkeit ist das Ziel, um mit anderen oder einem metaphysischen Prinzip auf empathische Weise in Kontakt zu treten. Die Mittel, die Chardiet wählt, um die Schleier zu lüften, sind gleichermaßen intensiv wie fordernd: ein Album am Rande der Musik.

Live am 6. Mai am Donaufestival in Krems

Pharmakon

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(Sacred Bones/Trost)