"Ich bin der Meinung, dass man die aufrichtigsten Songs dann findet, wenn man an den Rand der Dunkelheit vorstößt", meinte Taylor Kirk zu Beginn seiner Karriere einmal. Seit mehr als einem Jahrzehnt unternimmt der kanadische Sänger und Songwriter mit seiner Band Timber Timbre künstlerische Reisen an düstere und ungeschützte Orte und macht Musik von majestätischer Erhabenheit, die mit atmosphärischen Klangräumen und poetischem Songwriting suggestive Sogwirkung erzeugt und mit großer Intensität und gestalterischer Intelligenz zu beeindrucken vermag.

Album für Album wuchs der Band eine respektvolle Form der Zuneigung zu. Die Fangemeinde wurde größer, ihre Musik noch ausgereifter und Timber Timbre so etwas wie eine Institution. Auch auf ihrem mittlerweile sechsten Studioalbum wird die Grenze zwischen Folk, Blues,
Death Country und Dark Pop wieder stilsicher ausgelotet. Das beeindruckt mit einer Ästhetik, die auf Düsternis, Schwermut und dunkle Romantik setzt, ohne auf Eleganz und Schönheit zu verzichten. Das Aufeinanderprallen der unterschiedlichen musikalischen Genres vollzieht sich mittlerweile so mühelos und organisch, als würden sich die Einflüsse wie selbstverständlich miteinander vermischen.

"Sincerely, Future Pollution" wurde im zu einem Studio umgebauten Schloss La Frette nahe Paris in drei Wochen eingespielt und ist nichts weniger als ein Meisterwerk erhabener Art-Pop-Liedkunst mit transzendierender Qualität geworden. Mastermind Kirk und seine Kollegen bleiben ihrer Ästhetik grundsätzlich treu, überraschen aber mit Veränderung in feinen Nuancen.

Der Klang von Vintage-Synthesizern und Keyboards sorgt für die Erweiterung, Verfeinerung und Veredelung des bekannten Timber-Timbre-Sounds, und der sanft-kehlige Gesang Kirks wirkt weniger verwunschen als früher, ohne an Dringlichkeit zu verlieren; er bahnt sich langsam tastend seinen Weg durch die neun Songs des Albums. Diesen gelingt es trotz all der entrückten Schönheit, die dramaturgische Spannung durchgehend hochzuhalten.