Als Chris Isaak 1989 seinen Song "Wicked Game" veröffentlichte, war er reichlich erfolglos damit. Erst eine Instrumentalversion in David Lynchs Film "Wild At Heart" verhalf dem Lied zu Kultstatus und machte es zu einem der meistgecoverten der letzten 25 Jahre. R.E.M., Pink, Heather Nova, die Turin Brakes - sie alle haben diesen traurigen Schmachtfetzen im Repertoire.

Auch die aus Toronto stammende Lydia Ainsworth hat sich seiner angenommen und liefert eine wunderbare Version, mit der sie auf engstem Raum zwischen Femme fatale und Engelsstimme changiert. Diese Mischung aus Düsternis und leuchtender Strahlkraft, aus Intimität und Breitwandpop, aus synthetischen Klängen und kristallinem Gesang bestimmt ihr gesamtes zweites Album nach dem Debüt "Right From Real" (2014). Das erinnert teils an London Grammar, teils an Enya, aber auch an Bat For Lashes oder Sinéad O’Connor. Und ist doch ein ganz eigener Kosmos, schillernd, pathetisch, geheimnisvoll, wie ein letztes Strahlen im Abendrot.