Wie Kendrick Lamar, der wichtigste und künstlerisch ergiebigste US-Rapper der Gegenwart, nach dem Überalbum "To Pimp A Butterfly" (2015) und einem relativ rasch nachgeschobenen unbetitelten Demo-Track-Album weitermachen würde? Genau so, wie man nunmehr definitiv weiß. "Damn.", sein neues, offiziell viertes Album, ist wiederum eine in vielen Farben schimmernde und weit über die habituellen Black-Themen hinausreichende Wunderkammer, in welcher sich der aus dem L.A.-Problembezirk Compton Stammende diesmal hiphop-orientierter und mehr soulpop- als jazz-lastig in vielen Zungen ausdrückt. Auch die Kooperationen sind weit genre-übergreifend und reichen von Rihanna bis zu U2.

Die introspektiven Themen (vom inbrünstig vibrierenden "Love" bis zum glaubensbekennenden "God") überwiegen in der Liste der 14 jeweils einnamigen Titel. Und für all jene, denen es zu gefühlig oder heilig wird, gibt’s auf "Humble" auch einen deftigen (An-)Sager: "I’m so fuckin’ sick and tired of the Photoshop/ Show me somethin’ natural like ass with some stretch marks" ("Ich hab Photoshop so satt/ Zeigt mir endlich etwas Natürliches wie einen Arsch mit Dehnungsstreifen"). Kannst du haben, Kendrick: Also, Hosen runter!