Es raschelt und wimmelt, gärt und blubbert, jauchzt und heult, als würden die Geister der Nacht zum Tanz laden. Unbelebtes verwandelt sich in organische Materie, facettenreich wie ein glitzerndes Kaleidoskop ("Spindrift"), bedrohlich ("Between Water And Wind") oder als unheimlicher Reigen ("Like Wolves On The Fold").

Wo immer der Mensch klanglicher Verfremdung ausgesetzt ist, folgt ihm ein faszinierender Schauer. Dabei beschreitet Colin Stetson auf seinem neuen Album kein neues Terrain. Die Elementarkräfte seiner Musik sind - etwa seit seiner "New History Warfare"-Trilogie - bekannt. Doch "All This I Do For Glory" präsentiert sich mit seinen sechs Songs wie eine Synthese seines Schaffens, wohl auch, weil der US-Saxofonist auf weiteres Personal verzichtet, das Album live eingespielt und produziert hat. Stetsons Musik erzählt von der Weltentstehung, davon, wie in chaotischen Mengen Moleküle zusammenfinden, sich umwerben und neue Ordnungen bilden, schlicht von der Entstehung des Lebens. Und es ist aufregend, als Zeuge dabei zu sein.