Das Debütalbum von Noga Erez birgt wahrhaft explosiven Stoff: Ihre Auseinandersetzungen mit politischer und terroristischer, sexueller, medialer und alltäglicher Gewalt kleidet die 27-Jährige aus Tel Aviv in komplexe, harsche Elektronik-Arrangements mit komplexen, vielseitigen Rhythmusstrukturen - und viel Auto-Tune. Das erinnert öfters einmal an unsere britisch-tamilische Freundin Mathangi "Maya" Arulpragasam alias M.I.A., manchmal auch an die Londoner Produzentin Georgia und in den ziemlich wenigen harmonischeren Passagen sogar entfernt an Katie Stelmanis und ihre Band Austra, ist solchermaßen also auch nicht mehr wirklich "neu", aber ungemein frisch und vital.

Ein Meisterwerk für sich ist der Titelsong, in dem das Klappern einer Schreibmaschine den Rhythmus vorgibt und Noga Erez "Ich stelle mich tot also bin ich nicht" spielt. Fast unmittelbar darauf schlägt die Realität in "Muezzin", dem eindeutig "härtesten" und auch überzeugendsten Track dieses Albums, zurück: "There’s no coming out of this".