Die Zeit der Girlgroups der 60er Jahre (The Shirelles, The Shangri-Las . . .) hat der Menschheit nicht nur heute als Evergreens kanonisierte Hits im Zeichen von Harmonie und Sehnsucht beschert und dafür gesorgt, dass Frauen in der Popkultur plötzlich im Vordergrund standen. In einem männerdominierten Gewerbe und mit irren Produzenten wie Phil Spector am Regler entstanden auch gewaltapologetische Zeitzeugnisse wie "He Hit Me (And It Felt Like A Kiss)" von The Crystals. Es dürfte also gute Gründe dafür geben, warum das Wiener All-female-Duo Kristy And The Kraks Echos dieser Ära mit den Errungenschaften des Do-it-yourself-(Trash-)Punk widerborstig im Lo-Fi-Modus gegen die Wand brettern lässt - und uns nicht zuletzt eines mit auf den Weg gibt: "If you’re wasting my time / you will no longer be mine."

Dringlichkeit scheint für die nun erscheinende "Snakes On The Phone"-EP auch insofern ein Thema zu sein, als Kristy And The Kraks darauf nach nur neun Minuten schon wieder fertig sind - und so geschickt Lust auf ein Mehr gemacht haben, das ihr Konzert am 17. Juni im Wiener Fluc verspricht.