Vier Jahre hat sich das Trio Zeit gelassen, seinem immens erfolgreichen Debüt "If You Wait", das sich alleine in England über zwei Millionen Mal verkaufte, einen Nachfolger hinterher zu schicken. Nun ist es soweit - und "Truth Is A Beautiful Thing" macht konsequent dort weiter, wo der Vorgänger aufhörte. Ganz auf die eindringliche, majestätische Stimme von Hannah Reid abgestimmte Midtempo-Balladen, die wie auf einer Perlenschnur aufgefädelt sind und sich nur unwesentlich voneinander unterscheiden.

Die beiden Herren (Dan Rothman, Dot Major) steuern ein paar Soundpartikel bei - je weniger, desto besser. Das ist ganz so wie bei The xx, dem anderen großen britischen Trio (als deren hellere Variante London Grammar bisweilen erscheint). Wenn mehr Soundballast aufgetürmt wird, wie etwa bei der Vorabsingle "Big Picture", die vom an sich geschmacksicheren Jon Hopkins (Eno, King Creosote) in Richtung Coldplay produziert wurde, kriegt das Unternehmen Schieflage. Am besten nur Klavier und ein wenig Elektronikgefrickel, dann sorgt Hannah Reid alleine verlässlich für Gänsehautmomente.