"In my time of sorrow you have a song that I could borrow  [. . .] I need a melody [. . .] I need a song to sing." Und so fragt sich das lyrische Ich, welches Lied es wohl einst am Jüngsten Tag an der Himmelspforte summen würde. Andernorts sitzt eine ältere Frau in ihrem kleinen Apartment, schaut dem Treiben auf der Straße zu ("Tin Can") und wünscht sich sehnsüchtig, dass der Tag ende ("Come To Me Now").

Tod und Einsamkeit, labyrinthische Wege und das brodelnde Treiben im Stadtzentrum dominieren Kevin Morbys Reflexionen über die "City Music". Das vierte Album des US-Musikers ist dabei überraschend expressiv ausgefallen, weist es doch etwa mit "1234" eine Ramones-Hommage auf. Gleichwohl zeigt sich Morby mit "Night Time" wieder einmal als wunderbarer musikalischer Schlafwandler. Mit einer Liebeserklärung an den fürsorgenden Filmcharakter "Mother Sister" ("Do The Right Thing", Spike Lee) endet die Odyssee des Großstadtcowboys, in dessen Augen sich die "Down-town’s Lights" spiegeln, die aus der Ferne wie ein Flammenmeer erscheinen.