Der in Oberösterreich geborene und seit nunmehr 20 Jahren in Wien lebende Ernst Tiefenthaler gehört zu den produktivsten heimischen Musikern. Neben Produktionen mit den Bands Bell Etage und Hotel Prestige ist er vor allem mit - bisher fünf - Soloalben unter dem Namen Ernesty International hervorgetreten.

Nun, auf seiner neuesten Platte, tritt er mit eigenem, unverkünstelten Namen an - und zeigt sich auf "WELT" so (titel-)paradox wie erfrischend von bester regionaler Seite, indem er ausschließlich Dialekttexte singt. Zu sparsamer Instrumentierung (hauptsächlich Gitarren, mit Akkordeon- und Glockenspiel-Einsprengseln) erzählt Tiefenthaler in kräftigem, mitunter zerdehntem oberösterreichisch-wienerischem Idiom allerlei vor sich hin mäandernde Alltagsgeschichten, die mitunter wie aus dem Stegreif entwickelt wirken (und an ähnliche Textkreationisten wie etwa Element Of Crime erinnern). Erfindungsreich. Rührend. Stark. Neben Garish der beste und überzeugendste Eigenanbau des ersten Halbjahres.