"Dear" war eigentlich als Abschiedsalbum geplant, entwickelte sich dann jedoch zu einem den Fans und Hörern gewidmeten Brief: eine akustische Zueignung, die die Vielfalt von Boris unterstreicht. Das Trio hat sich noch auf einen Stil eingeschworen, gleichwohl immer musikalische Grenzen beschritten und Extreme ausgelotet. Die 1992 gegründete japanische Band feiert heuer ihr 25-jähriges Bestehen denn auch mit einer kleinen Verdichtung ihrer Stilexperimente.

Das 23. Album fischt aus dem Fundus des Doom Metal, um den herum andere Formate geschichtet werden. "Deadsong" etwa ist ein gespenstischer Mix aus Noise und Drone, "Biotope" kokettiert mit dem Dreampop, das auf einen agonalen Gitarrensound konzen-trierte "The Power" verwandelt sich im Anschluss in ein kathe-dralisches "Memento Mori". Atsuo Mizuno, Wata und Takeshi Ohtani ist ein grundsätzlich spannendes Album gelungen, bei dem es allerdings von Vorteil ist, sich im Borisuniversum bereits ein wenig orientiert zu haben.