Everything Everything aus Manchester schafften auf ihren ersten drei Alben den Spagat zwischen Ekstase und Ökonomie und Euphorie und Komplexität. Mit großer Raffinesse mixten die Soundtüftler ein trotz unkonventioneller Songstrukturen eingängiges Amalgam für Hirn, Herz, Bauch und Beine. Nonchalant bediente sich das Quartett bei allem, was für seinen eigenwilligen Sound brauchbar erschien - Funk, Art- und Dance-Pop, Rhythm & Blues, Indierock und Electronica-Klänge.

Mit ihrem vierten Album suchen Everything Everything nun den Weg hinaus aus dem Partykeller. Stets nur für die Tanzfläche und die Charts zu produzieren, genügte der Band wohl nicht mehr. "A Fever Dream" überrascht mit einer Neuausrichtung, die inhaltlich vor politischen Themen nicht Halt macht und musikalisch stärker in Richtung Rock tendiert. Die große Stärke der Band bleiben aber jene Songs ("Can’t Do", "Desire", "Run The Numbers"), die mit zackigem Groove Euphorie und Bewegungsfreude zu evozieren vermögen.