Wähnte man Adam Granduciels Bandprojekt The War On Drugs nach dem grandiosen dritten Album "Lost In The Dream" 2014 auf dem Höhepunkt seiner Kunst, wird man von "A Deeper Under-standing" nun eines Besseren belehrt. Bei ihrem Majorlabeldebüt auf Atlantic/Warner setzt die Band auf Verdichtung und Verfeinerung ihres schon bisher so eingängig-geschmackvollen Sounddesigns.

Der einmal meditativ-mäandernde, dann wieder psychedelisch-rockende, oft sphärisch-entrückte Gitarrensound wird mit viel Hall und ein wenig Twang ausgestattet und vermittelt ein ungezwungenes Laid-back-Feeling, während die Klänge flächiger Synthesizer- und monotoner Drum-Machines für eine akzentuierte Geschmacksnote sorgen.

Der Späthippie Granduciel injiziert dem Hörer auf geradezu magische Weise seinen musikalischen Seelenbalsam, dessen emotionale Wirkung voll und ganz auf betörenden Melodien und delikaten Harmonien beruht. Einem beseelten Mantra gleich fließen diese Songs dahin und umschiffen gekonnt die Fallen, die ihnen ein Zuviel an Kitsch, Pathos und Sentimentalität stellen könnte.

Der delikate Mix aus Heartland Rock, Americana und psychedelischem Folkrock wirkt beim ersten Hördurchgang ziemlich retro, erweist sich bei oftmaligem Hören aber als berückendes Klangkino mit genuinem Charme, hohem Suchtfaktor und tröstendem Charakter. Den zwischen epischem Wohlklang und dezenter Melancholie changierenden Songs wohnt eine sanfte Schönheit inne, die lange nachklingt.

Zehn Songs und 66 Minuten lang zelebriert das Sextett aus Philadelphia einen schwelgerischen Popentwurf, der mit seinen vertonten Sehnsuchtsträumen für nicht wenige Glücksmomente sorgt. Beispielgebend dafür der elfminütige Jahrhundertsong "Thinking Of A Place", der mit verführerischer Dringlichkeit zur Besinnung und zum Innehalten einlädt.