Was Sannhet hier mit "betäubt" (numb) betiteln, ist alles andere als das: Das Trio aus Brooklyn präsentiert ein hellwaches, atmosphärisch dichtes wie luzide verschachteltes Werk, das mit mehreren bemerkenswerten Pointen aufwartet.

Dabei wird auf dem dritten, von Peter Katis (Mercury Rev, Interpol) produzierten Album weniger auf Soundwälle gesetzt (wie noch beim Erstling "Known Flood") als vielmehr auf ein melodiöses, mitunter filigranes Gitarrenspiel, das von einem treibenden Schlagzeug gejagt wird oder sich einem hämmernden Bass unterordnet.

John Refano (Gitarre), Christopher Todd (Schlagzeug) und AJ Annunziata (Bass) gehören seit einigen Jahren zu den interessantesten Grenzgängern zwischen "Post-Irgendwas", Metal und Math-Rock. Wo andere Bands häufig ins Elegische abdriften, setzen Sannhet ganz auf Dynamik. Sie erzählen Geschichten voller Melancholie und Dramatik - diesmal auch in lichten, fast euphorischen Tönen. Großes, grandioses Ohrenkino.