Das erste von mehreren Mordopfern ist jenseits der 90 und schwerreich. Das Motiv dürfte irgendwie mit einem Bild von Edvard Munch und einem NS-Verbrechen zu tun haben. Und der Ermittler entsteigt erst langsam seinen Depressionen, nachdem seine Frau und Tochter getötet wurden. Das sind die Parameter für Øistein Borges Krimidebüt, in dem der Norweger Brutalität als Stilmittel einsetzt, allerdings wohldosiert. Ihm sind vor allem das Zwischenmenschlichen wichtig. Daneben bleibt aber die Spannung nicht zu kurz – auch wenn man als Leser etwa ab der Mitte zumindest eine grobe Ahnung hat, wer wen warum umgebracht hat.

Øistein Borge: Kreuzschnitt
Droemer; 335 Seiten; 10,30 Euro