Die 2011 gegründete kanadische Band Alvvays machte sich 2014 auf ihrem selbstbetitelten Debütalbum mit eingängigem und geschmackvoll in Szene gesetztem Indiepop einen Namen. Ihr mitunter schwelgerisch-verträumter und dabei stets ohrwurmtauglicher Popentwurf mit unüberhörbaren Reminiszenzen an Referenzgrößen wie die Pastels, die Cranberries, die Cocteau Twins oder Beach House hält perfekt die Balance zwischen Melodie, Sentiment und jugendlicher Unbeschwertheit.

Auf ihrem zweiten Album, "Antisocialites", führt die Band noch einmal alles vor, was perfekte Popmusik ausmacht: Die sanften Grooves, die schwelgerische Anmut, die Leichtigkeit, Melodien und Hooklines mit Angelhaken für die Gehörgänge, da und dort eine raffinierte Brücke zwischen den Strophen und der betörend-sanfte und schlafwandlerische Gesang der Sängerin und Gitarristin Molly Rankin, die alles zusammenhält.

Die Songs berichten vom Sich-Verlieben, vom Sich-Wiederfinden und gar nicht selten vom Abschiednehmen. Auch wenn die Liebe hier selten von Dauer ist und die romantischen Irrungen und Wirrungen meist vergeblich erscheinen, durchzieht ein beschwingter Gestus das gesamte Album.

Nur etwas mehr als dreißig Minuten und zehn Songs benötigt das Quartett aus Toronto, um die Hörerschaft an einen Ort anheimelnd-unschuldiger Pop-Glückseligkeit zu entführen. Wie stilsicher und gekonnt ein eklektizistischer Mix aus Dream-, Girl-, Wave- und Softpop zu etwas ganz Eigenständigem weiterentwickelt wird, verblüfft ebenso wie die Tatsache, dass Songs, die man von irgendwo her zu kennen glaubt, so unverbraucht, frisch und anregend klingen können. Das stilistische Spektrum reicht dabei von soulgetränkten Sehnsuchtsmelodien (wie bei "Dreams Tonite") und melancholischen (Trennungs-)Balladen wie "In Undertow" und "Already Gone" über eindringliche Exerzitien im Wave-Pop ("Plimsoll Punks" und "Saved By A Waif") hin zu federnd-leichtem Jingle-Jangle à la "Hey" und "Lollipop (Ode To Jim)".