Architektur fristet in der Popmusik ein thematisches Nischendasein - sieht man von den Einstürzenden Neubauten und deren Arbeiten von "Strategies Against Architecture" bis "Musterhaus" einmal ab. Nachschub gibt es von Postman aus Linz. Als Fake-Architekten mit Kunsthintergrund nehmen die vier Musiker auf ihrem demnächst erscheinenden zweiten Album "Home" auf Rem Koolhaas ebenso Bezug wie auf Mies van der Rohe, sofern mit Zitaten von Milan Kundera oder Margaret Atwood nicht der schreibenden Zunft gehuldigt wird.

Musikalisch kommt das Album als Homerecording-Pop im Lo-Fi-Modus daher. Zwischen grundierenden Bassläufen, nach Gameboy klingender Elektronik, einfach gehaltenen Gitarrenmotiven und dezenter Drum-Machine steht die Band nicht nur gesanglich zu Imperfektion und heiterem Dilettantismus. Das aber zeitigt hübsche Songminiaturen mit hübsch melodischen Arrangements.