"Caesar fühlt sich auf einmal sehr müde . . .", sagt Caesar. Man kann es dem Manne nicht verargen. Schließlich ist es schon wieder passiert. Zwei Gallier, einer mit lustigen Flügeln am Helm und einer, den man besser nie, also wirklich nie als dick bezeichnet, haben ihm seine tollkühnen Tyrannenpläne durchkreuzt. Da kann einem schon einmal die Motivation flöten gehen.

Am Donnerstag erscheint das neue Abenteuer aus der Comic-Antike, "Asterix in Italien" (Egmont/Ehapa). Es beginnt wieder einmal damit, dass Obelix kurz aus den Augen gelassen wird. Das ist zwar aufgrund seiner Körperfülle (schwere Knochen! Nur schwere Knochen!) eigentlich gar nicht so einfach, aber Asterix passiert es auf der Cebit (dem Markt für Celtisches Brauchtum und innovative Technik). Eine Handleserin sieht die Zukunft des Großen mit den roten Zöpfen nicht weiter im Hinkelstein-Business, sondern am Steuer eines geflügelten Wagens. Einen solchen gibt es zufällig auch gleich ums Eck zu kaufen, die Kreditrate in Hinkelsteinen ist vertretbar. In der "Gallischen Revue" findet sich sogar ein Anlass, das schnittige Gefährt einzuweihen: die Transcaliga, ein Wagenrennen quer durch den italienischen Stiefel, eingeladen sind alle bekannten Völker und Barbaren. Start ist in Modicia, das ist Monza, und das verstehen sogar Formel-1-Banausen.

Was die Rennpiloten nicht wissen: Es handelt sich um einen ausgeklügelten PR-Coup der Römer, der über den erbärmlichen Zustand der Straßen hinwegtäuschen soll. Dass ein Römer den Pokal holen wird, ist natürlich auch ausgemacht. Das Kandidatenfeld ist nichtsdestotrotz breit gestreut, es gibt Etrusker, Kalabrer, Ligurer am Start, aber auch ein britisches Team ("Das heiße Wasser ist köstlich, ist es nicht?") und ein verblüffend politisch unkorrekt gezeichnetes Damenpaar aus Afrika mit den kessen Namen Rakete und Etepetete.

Normal im Sport

Es gibt auch Goten und Griechen, man erkennt sie an der Schrift in den Blasen, sogar Russen mit stilisiert kyrillischen Zeichen rumpeln mit über den Stiefel. Die gefährlichsten sind freilich die Markomannen mit ihren gewagten Flechtfrisuren, die sind nämlich "als Südgermanen nicht ganz unbeleckt in der Wagentechnik".

Dass hier nicht alles mit rechten Dingen zugeht, würde früher auffliegen, wenn man nicht wieder einmal kurz Obelix aus den Augen gelassen hätte. Der wird zwar Zeuge, wie ein Adlatus des höchsten Straßenbeamten Bifidus Lactus den Deal mit dem Manager(us) des getürkten Siegers besiegelt. Der schicke Dicke denkt sich freilich nichts dabei: "Ich dachte, so was wäre im Sport ganz normal." Immerhin schön, wie man in aller Naivität die einzige böse Spitze, die dieser Comic zu bieten hat, in die Korruption der Sport-Großveranstaltungen heutiger Zeiten abfeuert.