Dan Bejar alias Destroyer, der Kanadier mit wirrem Lockenkopf, hoher Denkerstirn und Professoren-Aura, legt mit seinem elften Album, "Ken," beeindruckend Zeugnis ab, wie wandlungsfähig sein Popentwurf ist. Auf "Poison Season" geizte der kryptische Romantiker im Jahr 2015 nicht mit Pathos und Opulenz, für "Ken" holte er sich nun Josh Wells von Black Mountain als Produzenten ins Boot.

Der Experte für harten Rocksound, der seit 2012 auch als Schlagzeuger bei Destroyer tätig ist, verordnete dem Singer/Songwriter ein neues Soundkleid, das von überraschenden Übergängen, verwinkelten (und doch eingängigen) Melodien und einmal sphärischen, dann wieder fast beschwingten Synthesizer-Klängen geprägt wird. Bejars eindringliche und nonchalante Form des Geschichtenerzählens besticht einmal mehr und sein stilistisches Repertoire reicht vom beißenden Spott über die romantische Schwelgerei bis hin zur sanften Anmut.