Das aus Salzburg stammende und mittlerweile nach Wien übersiedelte Duo Mynth um die Zwillinge Giovanna und Mario Fartacek dreht auf seinem zweiten Album das Licht vorsichtig auf: Nach dem im Vorjahr veröffentlichten Debüt "Plaat II" hört man auf den zehn in 33 Minuten auf den Punkt gebrachten Songs des Nachfolgers, "Parallels", sinnlich geseufzten und soulful gesummten Elektropop, für den nicht umsonst Namen wie Lorde und Jessie Ware als Referenzgrößen ins Spiel gebracht werden.

Die eine oder andere Gesangsspur lässt sogar an Madonna denken, und mit Kate Bush dürfte Mynth zumindest noch ein weiteres weibliches Rolemodel der 80er Jahre nicht ganz unbekannt sein. Weitgehend setzt das Duo selbst aber auf ein heutiges Soundsetting nahe am Zeitgeist, das man mit all seinen Zauberformeln auch schon das eine oder andere Mal gehört hat. Cheesiness und große Gesten sind dabei kein Tabu, nicht zuletzt mit den knackigen, durch die Bank zündenden Refrains beweist die Band aber ein unüberhörbar sehr gutes Gespür für Pop in schillernden Großbuchstaben.