Die gute alte Gitarrenband hat im letzten Jahrzehnt viel von ihrer Strahlkraft verloren. Bis dann fast aus dem Nichts die nächste interessante Combo das Licht der Öffentlichkeit sucht. Die aus Glasgow stammenden Indie-Schrammler Spinning Coin beispielsweise überzeugen mit lausbubenhaftem Charme und hemdsärmeligem Charisma. Unter der Produzentenhand des ehemaligen Orange-Juice-Masterminds Edwyn Collins entstand mit "Permo" ein Album, dessen vierzehn Songs man vor allem die Liebe zum Musikmachen anhört - und nicht ein allfälliges Schielen nach gängigen Trends.

Mit bestechendem Gespür für lässige Hooklines, zackige Riffs und einnehmende Melodien schnürt das Quintett ein abwechslungsreiches musikalisches Paket, das beim Hörer keine Minute Langeweile aufkommen lässt.

Mit instinktsicherem Popappeal und jugendlicher Frische kredenzen Bassist Cal Donnelly, Schlagzeuger Chris White, Keyboarderin Rachel Taylor und die beiden Gitarristen, Sänger und Songwriter Sean Armstrong und Jack Mellin ihre eigenständige Mischung aus Anmut und Ungeschliffenheit. Ihre Kombination aus harmonischer Melodieseligkeit und ungestümer Garagenrock-Attitüde macht ihr Debütalbum zu einem echten Geheimtipp. Unter einer meist unbehauen-rohen Schale schlummern warmherzige und feinsinnige Songs, die manchmal ein wenig neben der Spur liegen und gerade deswegen so unverwechselbar klingen.

Der Fünfer hat nicht nur den Sound seiner Heimatstadt aufgesogen, sondern interpretiert die Genres Pop, Rock und Folk in all ihren unterschiedlichen Facetten und Subgenres - und gewinnt daraus eine erfrischende Eigenständigkeit. Während Armstrong für die melodiös-melancholischen Songs zuständig ist, kümmert sich Mellin um den polternden Schrammelpop.

Daraus entsteht ein kleines Meisterwerk zwischen ruppig-rauem Gitarrenrock ("Magdalene", "Tin"), kraftvollem Folkrocksound ("Raining On Hope Street"), Songs mit Northern-Soul-Touch ("Sleepless", "Floating With You") und einem stimmigen Tribut an die Pastels ("Money For Breakfast").