Am 13. August 1946 starb Herbert George Wells. Sein Werk ist allerdings 70 Jahre später immer noch aktuell und lesenswert - und auch hörenswert, denn H.G. Wells hat es offenbar dem deutschen Hörspiel-Regisseur Oliver Döring angetan. Nach "Krieg der Welten" und "Die Zeitmaschine" hat er nun auch "Das Imperium der Ameisen" vertont. Darin widmete sich Wells schon vor Jahrzehnten der Frage, was der Mensch anrichtet, wenn er ins Ökosystem eingreift und Mutter Natur hineinpfuscht - und vor allem, wie er den Konsequenzen nicht gewachsen ist.

Genscheren und Nanotechnologie waren damals freilich noch nicht einmal Zukunftsmusik. Dennoch wirkt Wells' Kurzgeschichte um einen hochgiftigen Ameisenstamm, der unheimliche intellektuelle Kräfte entwickelt, auch heute nicht veraltet - was freilich auch an Dörings behutsamen Adaptionen liegen dürfte. Sechs Sprecher reichen jedenfalls aus, um das Kopfkino anzuwerfen, wenn ein Wissenschafter in den Regenwald geschickt wird, um einen verschollenen Kollegen zu suchen, und ihm dabei das Grauen kommt . . .

H.G. Wells: Das Imperium der Ameisen
Hörspiel von Oliver Döring
Folgenreich.de; 56 Minuten (1 CD); 12 Euro