Für fünf Grammys war sie zuletzt nominiert - und hat dann doch durch die Finger geschaut, die 27-jährige Solána Imani Rowe, besser bekannt unter ihrem Kü-Kü, ihrem Künstler-Kürzel SZA (das wiederum eine Anlehnung an den Rapper RZA ist und aus dem sogenannten, afroamerikanisch-muslimisch konnotierten Supreme Alphabet stammt).

Das nur aus einem Buchstaben mehr bestehende Debütalbum "Ctrl" (Silben zu sparen scheint hier oberstes Prinzip!) war eines der erfolgreichsten in den USA im Vorjahr, fehlte auf kaum einer Best-Of-2017-Liste - und wird nun deshalb in Europa nachgereicht.

Mit Kollaborationspartnern wie Kendrick Lamar (der seinerseits sehr wohl einige Grammys abgeräumt hat) oder Isaiah Rashad wird darauf ein so repräsentativer wie qualitativ gediegener Querschnitt aus den vor allem US-gängigen Genres Minimalist R&B, Neosoul und Cloud Rap serviert: sphärisch intonierte, nunmehr keineswegs Silben sparende, sondern munter drauflos sprudelnde Meditationen über allerlei zeitgemäße Themen, Promis und hyperkulturelle Identitätsdiskurse.

Anspieltipps: "Drew Barrymore", "Prom", "The Weekend".