So geht zeitgemäßes Pathos. Ryan Lott, in L.A. lebender Sänger und Multiinstrumentalist, lässt mit seinem mittlerweile zum Trio erweiterten ehemaligen Soloprojekt Son Lux große Emotionen und orchestralen Bombast auffahren, zerlegt und zerfrickelt alles aber in gut verdauliche Elektronik-, R’n’B‘- und Soul-Häppchen. Die dann mitunter wieder in harschen Drum-Battles zerschlagen und zerdeppert werden.

Auf "Brighter Wounds", dem neuen und bereits fünften Album unter diesem Namen, geht es Lott praktisch ausschließlich um Themen in VERSALIEN: Leben & Liebe (zum neu geborenen Sohn), Tod & Trauer (über einen an Krebs verstorbenen Freund).

Durch diverse Projekte mit Sufjan Stevens mehrdimensionales und multimediales Arbeiten gewohnt, gelingen Lott (hier im Verbund mit Gitarrist Rafiq Bhatia und Drummer Ian Chang) waghalsige Salti fractale und wilde Klangsprünge, die das Gehörte kurz auf den Kopf stellen - und dann doch stets wieder auf den Beinen landen lassen.