Mitte der 90er Jahre standen Buffalo Tom aus Boston unmittelbar davor, in den Starstatus erhoben zu werden. Ihre stilvolle Mixtur aus College-, Alternative- und Folk-Rock verknüpfte Tradition mit Zeitgeist und schlug sich in drei exquisiten Alben nieder.

"Big Red Letter Day" (1993), "Sleepy Eyed" (1995) und "Smitten" (1998) begeisterten Kritik und (Szene-)Hörer - doch der Durchbruch zur Weltkarriere blieb aus. In ihrem Umfeld jedenfalls blieben Buffalo Tom eine solide Größe. "Quiet And Peace", das nun vorliegende neunte Album des Trios, verzichtet auf große Experimente, belebt die bekannte Rezeptur aber mit einer vorsichtigen Neuausrichtung, die vor allem vom vermehrten Einsatz von Keyboards und Synthesizern geprägt ist.

Dass diese dezente Adaption des schon Bekannten so stimmig gelingt, liegt sicher daran, dass Buffalo Tom auch drei Jahrzehnte nach der Bandgründung noch in der Originalbesetzung agieren. Die Mehrzahl der Songs auf "Quiet And Peace" überzeugt mit einem homogen-warmen Klangbild und kommt einem irgendwie bekannt vor - und man hat schon sehr bald das Gefühl, dass hier nicht viel falsch laufen wird.

Auch wenn es über eine Spielzeit von über fünfzig Minuten zunehmend vorhersehbar wird, schütteln Buffalo Tom schmissige Melodien aus dem Ärmel und beeindrucken mit grundsätzlich hohem Energielevel. Die Texte hingegen beschäftigen sich mit wenig erbaulichen Themen wie dem Älterwerden und dessen Auswirkungen.

Auch wenn die Beschwernisse und Misslichkeiten des Alter(n)s mitunter aufs Gemüt schlagen, sucht man auf "Quiet And Peace" vergeblich nach Tönen der Verzweiflung und Resignation. Die Band hat sich ihre mit Renitenz veredelte Lebensfreude erhalten und hält in den lapidar erzählten
Geschichten klug die Balance zwischen Emotionalität und Lakonie.

Zu den Höhepunkten zählen diesmal das mit Druck und Dynamik interpretierte "All Be Gone", "Overtime" als stimmungsvolle Ballade im Gospel-Sound und die schlicht zauberhafte Coverversion des Simon-&-Garfunkel-Klassikers "The Only Living Boy In New York" (mit einem Gastauftritt von Sänger Bill Janovitzs Tochter Lucy).