Als Fire! letzthin in Augsburg auftraten, war ein Gast derart irritiert, dass er Mats Gustafsson sogar aufforderte, leiser zu spielen. Nun war die Verwunderung ganz auf Seiten der Musiker. Natürlich wurde nicht leiser gespielt und es wurde auch nicht behaglicher. Eine Frage stand indes im Raum: Ist das überhaupt noch Jazz?

Auch auf ihrem neuen Album bleiben Fire! ihrer eigentümlichen Mixtur treu: Die rhythmisch-monotonen Drums sorgen für Trance-Momente und das an Doom erinnernde Bassspiel verneigt sich vor Black Sabbath, derweil Gustafsson mit seinem expressiven Saxofonstil der musikalischen Textur einen freejazzigen Glanz verleiht. Titel wie "Washing Your Heart In Filth" rufen dabei impressionistische Assoziationen jenseits idyllischer Landschaften hervor, die vielleicht eher in labyrinthartige Kellergewölbe gehören. Nach knapp 37 eindringlichen Minuten ist die Auslotung verwischter Seelenzustände leider schon vorbei. Sie endet wie vom Konzertbesucher gleich zu Anfang gewünscht:
"I Guard Her To Rest. Declaring Silence".