Ronald Reng gibt in seinem Buch "Warum wir laufen" vielfältige Antworten. Mit Begegnungen, dem Wiedereinstieg in das eigene Training sowie historischen Exkursen widmet er sich intensiv dem Volkssport Nummer 1.

Der Journalist möchte nach einer längeren Laufphase wieder das Gefühl aus seiner Jugendzeit spüren: Wie befreiend das Laufen war, wie gut sich Kopf und Körper nach der Anstrengung fühlten. Dafür trifft er sich mit Menschen, die auf unterschiedliche Weise mit dem Laufen verbunden sind: Den früheren Olympiasieger Dieter Baumann begleitet er zum Training mit jugendlichen Gefängnisinsassen; er besucht die Ultraläuferin Anne-Marie Flammersfeld und spricht mit einer Frau, die mit dem Laufen begann, als es für das weibliche Geschlecht noch gesundheitsschädlich galt.

Diese Begegnungen ermöglichen besondere sportliche und private Einblicke. Die historische Entwicklung des Laufens, wissenschaftliche Erkenntnisse sowie Ernährungstipps ergänzen den Themenkomplex und stellen die Vorteile anschaulich vor. Der Sportjournalist verschweigt auch nicht seine eigene Ungeduld, die eine entzündete Plantarsehne zur Folge hat. Nach einer Stagnation findet er mithilfe einer neuen Trainingsmethode zum Laufen zurück. Doch die Vergleiche seiner Bestzeiten ermüden im Verlauf des Buches ein wenig. Denn diese Details überdecken den Grund, der für viele andere Läufer wichtig ist: Laufen macht Freude und tut einfach gut, auch ganz ohne Blick auf die Stoppuhr.