Der Titel verführt zu einem Missverständnis. Nein, "Cinema Scenes", das neue Album des heimischen Akkordeonisten Klaus Paier und der kroatischen Cellistin Asja Valcic, ist keine Kompilation von Kino-Ohrwürmern. Zwar hat sich das Duo, das seit neun Jahren eine Art Freistil zwischen Tango, Jazz und Kammermusik praktiziert, für sein neues Werk an zwei Film-Melodien bedient ("Die Brücken am Fluss" und "Das Mädchen mit dem Perlenohrring"), es tischt ansonsten aber ausschließlich Originale auf. Der Titel wirkt trotzdem nicht verfehlt, erwecken doch manche dieser Stücke den Anschein, als würden sie gern Filmbilder schultern.

Personell um einen Bassisten und einen Schlagzeuger ergänzt, beschert das Album einerseits Zugnummern mit gewisser Balkan-Nähe (wie "Synchronization", "Safran"), andererseits aber auch Ruhe-Inseln wie den tröstlichen "Jardin" oder zuletzt "Ricochet", ein meditatives, ausuferndes Stück für das Kopfkino. Insgesamt eine Musik, die ihre Hörer mit offenen Armen aufnimmt und sich ihrer schlichten Momente nicht schämt, hie und da aber auch abstrakte Züge annimmt und dann das Ohr fordert.