Es ist schon eine seltsame Mischung, die man sich für dieses Konzert überlegt hat. Erst Jean Sibelius’ "Pohjolas Tochter", dann Rued Langgaards sechste Symphonie, ein Komponist der dänischen Moderne, den es noch zu entdecken gilt, und schließlich Edward Elgars Konzert für Violoncello und Orchester. Das ist wie Schweinsbraten mit Vanilleeis. Wobei Sibelius weniger Schweinsbraten ist als Langgaard. Sibelius nämlich wird ohnehin derart schnell heruntergefetzt, dass man kaum die Aufmerksamkeit aufs Werk gelenkt hat, dieses schon wieder vorbei ist. Feinheiten oder lyrische Momente herauszuarbeiten wäre da wohl gar nicht möglich gewesen.

Für Langgaard nimmt sich der Dirigent mehr Zeit. Das Stück ist in sich eine seltsame Mischung. Aus heutiger Sicht wirkt es wie moderne Musik in altmodischem Gewand. Oder umgekehrt: alte musikalische Formen in moderner Tonsprache. Also eher Pulled Pork als Schweinsbraten. Kontrapunktische Streicherchöre, Bitonalität, durcheinandergewirbelte Harmonien. Und dazwischen immer wieder hymnische Motive.

Die Philharmoniker spielen unter der Leitung von Sakari Oramo präzise und können im großen Saal des Konzerthauses ihre volle Klangentfaltung besser zulassen.

Da bleibt nur noch wenig Platz für den Nachtisch in Form von Edward Elgars Konzert für Violoncello und Orchester, dieses wiederum sehr langsam dirigiert und preziös interpretiert von Sol Gabetta. Zuckersüß. Wenn auch etwas gewöhnlich. Vanilleeis eben. Und das mag (fast) jeder.