Als ob das Leben als Zehnjährige mit getrennt lebenden Eltern nicht ohnehin schon schwierig genug wäre, wird Pilvi, die gerade dabei ist, ihre beste Freundin an eine andere zu verlieren, und ausgerechnet mit ihrem verhassten Klassenkollegen Charles gemeinsam ein Referat halten muss, mit einer schier unglaublichen Sache konfrontiert: Als ihre neue Nachbarin Pilvi und ihrer Mutter einen Korb voll Äpfel vor die Tür stellt, erscheint darin plötzlich eine antike Göttin namens Pomona. Und die fast 3000 Jahre alte Dame erklärt der verdatterten Pilvi nun, dass sie bitte dringend unbedingt zurück in ihren Garten kommen muss.

Nur, wie schmuggelt man eine antike Göttin (die entsprechend gekleidet ist und in der modernen Welt auffällt) in einen Garten, von dem man nicht einmal weiß, wo genau er ist? Doch Rettung naht, denn auch wenn das Versteckspiel für Pilvi nervenaufreibend ist (ihrer Mutter will sie die Begegnung mit Pomona ersparen), kommt ihr ausgerechnet die ungewollte Zusammenarbeit mit Charles zugute - denn der kommt aus reichem Haus und hat einen eigenen Chauffeur. Jetzt gilt es nur noch, sich von der Nachbarin in deren Garten einladen zu lassen und dann die entsprechenden Schritte zu setzen. Dabei kommt Pilvi drauf, dass Charles eigentlich gar nicht so ungut ist, wie sie geglaubt hat. Isabella Diessl hebt dabei aber nicht belehrend den Zeigefinger, sondern unterhält ihre jungen Leser mit ulkigen Dialogen und nimmt sie auch ein bisschen auf einen kleinen Streifzug durch Wien mit. Dazu kommen auflockernde Strichzeichnungen, die das Lesevergnügen steigern.

Isabella Diessl: Die Frau aus dem Apfel
Picus Verlag; 114 Seiten; ab 9 Jahren; 14 Euro