Eine (Presse-)Musikplattform führt dieses Album unter dem Genre "Tanzorchester", als wäre Jesper Munk eine Art Wiedergeburt von Bert Kaempfert. So weit geht die Neuerfindung des 25-jährigen Münchners (mit dänischer Mutter) wiederum auch nicht, obwohl er auf "Favourite Stranger" deutlich andere Töne anschlägt als auf seinen ersten beiden Platten, die im Zeichen eines eher rumpeligen Bluesrock im Stile der Black Keys oder White Stripes gestanden waren.

Nunmehr nähert sich der ehemalige Straßenmusiker dem (White-)Soul- und R&B-Fach, mit Ausflügen ins L’Amour-Hatschige ("Happy When I’m Blue"), liefert aber auch grundsolide Balladen ("Solitary", "Slow Down"). Dabei tauchen - und insoweit stimmt die orchestrale Zuordnung - geballte Streicherensembles im Hintergrund auf, die im Verbund mit Klavier und Orgel für einen so warmen wie fetten Begleitsound sorgen. Wenn Munk seine leicht brüchige Stimme darüber bröselt, klingt er bisweilen wie ein geglätteter King Krule, die englische und räudigere Version eines Milchbubengesichts. In frühen Morgenstunden und leicht somnambuler Stimmung kann man damit sehr glücklich werden.