Es kommt selten vor, dass einen Musik gleichzeitig glücklich und traurig macht. Bei "e.s.t. Live In London" ist das der Fall: Das Doppelalbum beweist noch einmal das Genie von Esbjörn Svensson - jenes Jazzpianisten, der im Alter von 44 Jahren 2008 bei einem Tauchgang starb. Sein Trio e.s.t. verstand sich stets eher als Rockband denn Jazzgruppe und ist hier auf dem Zenit seiner stilbildenden Kraft zu hören: Bei dem Konzert im Londoner Barbican Centre 2005 ist die Intensität schier mit Händen zu greifen.

Wie Svensson Arpeggios sprudeln lässt, wie der elektrisch verzerrte Bass röhrt und wie das Schlagzeug den Klangrausch anpeitscht ("The Unstable Table"), ist unvergleichlich - aber auch, wie zart dieser Pianist ein Glitzernoten-Solo anbahnen konnte ("Eighty-Eight Days In My Veins"). Schon jetzt: eine Weihnachtsgeschenkempfehlung.