Wien. Das Jazz Fest Wien startet seine 28. Ausgabe mit ungewohnten Tönen: Country und Folk bestimmen den Auftakt, den US-Musiker Kris Kristofferson am Freitag in der Wiener Stadthalle bestreitet. Während er, begleitet von drei Kollegen, u.a. von "Me and Bobby McGee" singt, gibt es beim Konzertreigen bis 10. Juli aber natürlich auch reichlich Jazz und vor allem in der Staatsoper stimmliche Eleganz.

Das einwöchige Gastspiel im Haus am Ring eröffnet die niederländische Sängerin Caro Emerald am 1. Juli. Auf ihre meist sehr beschwingten Töne folgen dann noch Stimmgrößen wie Thomas Quasthoff (3.7.), Melody Gardot (gemeinsam mit Louie Austen am 4.7.) oder Cee-Lo Green. Das Konzert des US-amerikanischen Sängers am 6. Juli ist sein Debüt in Österreich. Den meisten dürfte der 43-Jährige durch seine Zusammenarbeit mit Danger Mouse als Duo Gnarls Barkley ein Begriff sein, landete man doch mit "Crazy" einen weltweiten Hit.

Äußerst erfolgreich war auch Corinne Bailey Rae mit ihrem gleichnamigen Debütalbum 2006. Die britische Musikerin hat seitdem zwei weitere Platten nachgelegt und sich als durchaus anspruchsvolle Songwriterin im Schnittfeld von Pop, Soul und R'n'B etabliert. Ihr erstes Wien-Konzert bestreitet sie am 7. Juli, ebenfalls in der Staatsoper. Eigentlich hätte sie dafür Unterstützung von Bettye LaVette bekommen, doch die US-Sängerin, die mit ihrer jüngsten Platte "Things Have Changed" Bob Dylan huldigte, musste ihr Engagement beim Jazz Fest leider absagen.

Dafür sind in der Staatsoper auch noch Norbert Schneider (2.7.) und Till Brönner mit Dieter Ilg (5.7.) zu hören. Ein traditioneller Fixpunkt beim Festival ist auch das Open-Air an der Spittelauer Lände, das am 30. Juni von 5/8erl in Ehr'n, Count Basic und den Afro Cuban All Stars bestritten wird. Intimer wird es im Porgy & Bess, wo etwa Rhys Lewis seine Songperlen präsentiert (1.7.), Binker & Moses Anspruchsvolles mit viel Groove mischen (4.7.) oder Gabriel Royal zeitgenössische Sounds mit Gefühl serviert (8.7.).

Ergänzt wird das Angebot von drei Gratiskonzerten am Rathausplatz sowie einem umfangreichen Programm im Jazzland, wo es zu mehrtägigen Gastspielen von Dena Derose, Thomas Gansch, der Mojo Blues Band oder dem Harri Stojka Trio kommt. Auf der Summerstage am Donaukanal erheben hingegen Die Mayerin und Ina Regen ihre Stimmen.