Schnell, schneller, Nähmaschine: Gitarristen mit dem Drang zur Höchstgeschwindigkeit hören sich nicht selten an wie Automaten. Nicht so Diknu Schneeberger. Der Österreicher, der mit 14 das erste Mal zum Instrument griff und nun mit 28 das vierte Album unter eigenem Namen veröffentlicht, bringt den Gypsy Jazz zu einer späten Blüte. Mag sein - inhaltlich hat er dem Genre nichts hinzuzufügen. Aber brillanter und beseelter ist Gypsy Jazz dieser Tage wohl kaum zu hören.

Noch die schnellste Triolenkette vermittelt eher Witz als Virtuosität, und die feinen Ornamente, mit denen Schneeberger seine Melodienoten umspinnt, sind kein Geprotze, sondern Koloratur im schönsten Sinn des Wortes, nämlich Farbe. Dass der 28-Jährige, begleitet von seinem Vater Joschi Schneeberger am Kontrabass und Martin Spitzer an der Zweitgitarre, außerdem ein Talent für eingängige ("Ninu") oder jedenfalls gefällige Melodien ("Frische Minze") besitzt, macht die CD zu einem Labsal.