Arcadi Volodos reitet ein gar seltsames Steckenpferd. Er hat sich der Musik von Federico Mompou verschrieben, ihm sogar eine CD gewidmet. Volodos ist mit dieser abseitigen Vorliebe immerhin nicht ganz allein. Wikipedia weiß sogar von zwei weiteren CD-Einspielungen der "Música callada", einer Sammlung von 28 Klavierstücken, von denen Volodos in seinem Konzert am Dienstag im Großen Saal des Mozarteums ein Dutzend vorstellte. "Música callada" heißt übersetzt verschwiegene Musik. Die Stücke sind zwischen 1951 und 1967 entstanden, sie muten an wie Salonmusik. Meist sind es pianistische Miniaturen, aus einer knappen Melodie oder einer überschaubaren Harmoniefolge heraus entwickelt, manchmal harmonisch leicht angeschärft, sehr oft in charmante Melodik ausweichend. Wenn Arkadi Volodos das vorspielt, erschließt sich das Warum und Wofür absolut nicht.

Aber es war überhaupt ein etwas problematischer Klavierabend, denn Volodos, sonst ein Respekt einflößender Virtuose, wählte zuerst das ganz Kleine (vor Mompous Charakterstücken die "Kinderszenen" von Schumann) - und dann Musik in Übergröße, Schuberts letzte Sonate in B-Dur. Bei den Kinderszenen war offensichtlich, dass Volodos die Finger zu gerne mehr bewegte, als Noten auf dem Paper stehen. In der B-Dur-Sonate gibt es fürwahr Noten genug, aber wenn einem Pianisten den ganzen ersten Satz nichts anderes einfällt, als den Basstriller, in den das Hauptthema mündet, wieder und wieder aufdringlich heraustönen zu lassen, wird man der Sache alsbald müde. Schubert für Trantüten, unsinnig und unsinnlich.