Israel Nash, 1981 im US-Bundesstaat Missouri geboren, wird nicht selten als Neil-Young-Wiedergänger tituliert. Er ist aber viel mehr als ein begabter Kopist. Mit seinem fünften Studioalbum, "Lifted", ist ihm ein luftig-leichtes Folkrockalbum gelungen, wie geschaffen für einen (zu) heißen Sommer in der Hängematte. Allen zehn Songs wohnt ein herrlich entspanntes und doch dezent euphorisierendes Glücksgefühl inne. Nur wenigen Künstlern gelingt es, in ihrer Musik Vergangenheit und Gegenwart so klug und stimmig zu überblenden und aus der Verknüpfung von Folkrock, Westcoast-Klängen, Americana und hippiesker Psychedelia etwas ganz Eigenständiges zu kreieren.

Verweist man aus Erklärungsnotstand dann doch auf Neil Young, Crosby, Stills & Nash, die Byrds, Beach Boys oder Wilco, liegt man aber auch nicht ganz falsch. Israel Nash selbst bezeichnet sein Album als "modernes Hippie-Spiritual". Elektrische und Akustikgitarren, himmlische (Hintergrund-)Chöre und schwelgerische Arrangements evozieren eine Atmosphäre von Liebe, Frieden und Lebensfreude - "Lifted" ist ein Soundtrack für lange Autofahrten, Sonnenauf- und Sonnenuntergänge, für jeden und jede, immer und überall. Tolle Platte!