Wien. Christoph und Lollo wurden vor 25 Jahren mit Liedern über depressive Schispringer bekannt. Heute sind die Themen ihrer absurd lustigen Lieder breit gefächert. In ihrem neuen Album "Mitten ins Hirn" geht es um selbstausbeuterische Hipster, verlogene Boulevardzeitungen, giftige Zimmerpflanzen und Fenchelrohkost. Mit der "Wiener Zeitung" sprachen sie über verknotete Eichhörnchen auf Titelseiten, Menschen, die glauben, von einem Insektenkönig beherrscht zu werden und warum sie die Schispringerlieder auf den Nagel gehängt haben.

"Wiener Zeitung": Was ist lustiger, depressive Skispringer oder selbstausbeuterische Hipster?


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Christoph: So wirklich gelacht habe ich noch über keine von beiden.

Lollo: Also ich finde beide sehr komisch. Aber "Hipster" ist ja kein Lied, dass sich hauptsächlich über Hipster lustig macht. Es geht um Menschen, die meinen, dass sie das Thema Arbeitskampf überhaupt nicht betrifft, obwohl sie sehr prekär leben.

Seid ihr selbst auch Hipster, die im Kaffeehaus teuren Matcha-Tee trinken, wie der Protagonist in eurem Lied?

Lollo: Um Hipster zu sein, sind wir zu alt.

Christoph: Wahrscheinlich verdienen wir dafür auch zu gut. Was uns auch komplett fehlt ist dieser Konsumdrang. Aber wir tragen schon beide Waldviertler-Schuhe.

Das Prekariat ist ein ungewöhnliches und komplexes Thema für ein Lied. Genauso wie die Globalisierung, die ihr vor Jahren im "Globalisierungslied" verarbeitet habt. Dauert es lange, so einen Text zu schreiben?

Lollo: Die Recherche dauert schon lange. Das Schreiben selbst eigentlich auch. Im Fall von "Hipster" war es aber einfacher, weil es eine Auftragsarbeit für das Rabenhof Theater war, wo wir es in dem Stück "Meilensteine der Philosophie" von Robert Pfaller spielten. Wenn uns jemand sagt, dass wir zu einem gewissen Thema ein Lied schreiben sollen, fällt uns das leichter. Der enge Rahmen tut uns gut.

"Globalisierungslied"

In dem Lied "Schau das doch bei Google nach" geht es um Fake-News, in "Bettelmafia" bekommen die "Kronen Zeitung", "Österreich" und "Heute" ihr Fett ab. Wie seht ihr die Medienlandschaft in Österreich?