Da hatte man etwas zu verarbeiten nach diesem Konzert des RSO im Musikverein: Nicht nur, was das Hörerlebnis angeht, hatte das Programm nämlich mit Prokofiev, Poulenc und Korngold Vielfältiges zu bieten. Auch fürs Auge war diesmal so einiges dabei: Khatia Buniatishvili war gemeinsam mit ihrer Schwester Gvantsa Buniatishvili angereist. Gemeinsam ließen sie Francis Poulencs Konzert für zwei Klaviere aufleben. Gvantsa Buniatishvili übernahm dabei sozusagen die zweite Geige, während Khatia sich mit ausdrucksstarkem Spiel im Vordergrund bewegte. Diese Rollen stehen sowohl der einen als auch der anderen Musikerin ausgezeichnet. Gvantsa zurückhaltend, Khatia kräftig, dynamisch sind sie gemeinsam. Poetische Klangschönheit im zweiten Satz, die Poulenc’sche Melodik voll ausgeschöpft auch im dritten. Nur mit der Präzision des Orchesters hapert es noch ein wenig.

Das tut es allerdings auch ohne Klaviere. Erich Wolfgang Korngolds Sinfonietta für großes Orchester kommt fließend, bröckelt allerdings im Gesamtbild. Es wird nicht gespart mit Vibrato, Viotti lässt die breiten Linien extra betonen, die Dynamik zugunsten einer träumerischen Ausgestaltung aufbauen. Ist das Kitsch? Nein: Korngold. Voll beladen in Instrumentierung und Melodik, da muss man eben durch.

Über all das hat man gegen Ende beinahe schon wieder vergessen, dass da am Anfang ja auch noch Prokofjew und seine "Liebe zu den drei Orangen" gestanden war (Suite op. 33a). Das gelang wiederum schwungvoll - und mit einigem Marschgetöse.

Konzert

RSO Wien

Khatia und Gvantsa Buniatishvili

Lorenzo Viotti (Dirigent

Musikverein