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Amon und Schmied - © apa / Robert Jäger

Wien. (apa/red) Der automatische Aufstieg von Schülern mit bis zu drei Fünfern ist noch keine ausgemachte Sache. Bildungsverhandler Werner Amon (ÖVP) zeigt sich in diesem Punkt jedoch kompromissbereit. Noch zu diskutieren sei, wo man die Grenze ziehe, um aufsteigen zu können. Ebenfalls noch nicht ganz vom Tisch ist, ob die Lehrerkonferenz beim Weiterlassen der Schüler ihr Mitspracherecht behält.

Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) hat gemeinsam mit den Bildungssprechern der Koalition am Dienstag ihr Modell für eine "modulare Oberstufe" präsentiert, das derzeit in Begutachtung ist.

Sitzenbleiben nur noch mit mehr als drei Fleck?
Demnach sollen Schüler der AHS und berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) nur dann eine Klasse wiederholen, wenn sie in mehr als drei Fächern negativ sind. Stattdessen sollen nur noch einzelne Module nachgeholt werden müssen. Im Falle einer "Ehrenrunde" blieben dem Schüler alle positiven Noten vom vorigen Schuljahr erhalten.
In einigen Länderorganisationen der ÖVP kam dieses Modell nicht unbedingt gut an. Amon hält dem entgegen, dass man an immerhin 27 Schulstandorten entsprechende Modelle erprobt habe, und die Rückmeldungen seien außerordentlich positiv gewesen. Das neue Modell beinhalte Leistungsorientierung und Begabtenförderung, das dürfe man nicht vergessen, so Amon. Außerdem können Prüfungen jenseits des aktuellen Semesters und Teile der Matura vorgezogen werden, wenn sich jemand in einem Fach leicht tut. Den Schulen wird die Möglichkeit geboten, selbstständig Gelder speziell zur Förderung von Begabten einzusetzen.

Schule soll der Uni ähnlicher werden
Der ÖVP-Bildungssprecher betont die Vorteile des Uni-ähnlichen Betriebs in der modularen Oberstufe im Punkto Sitzenbleiben: Auch an den Universitäten bleibe man nicht in einem Studienjahr "sitzen", wenn man bei einer Prüfung scheitere. Ob es nun tatsächlich bis zu drei Fünfer sein werden, mit denen man aufsteigen darf, ließ er offen. Man solle sich bis zum Zeitpunkt nach der Begutachtung die Gesprächsbereitschaft erhalten. Es wäre absurd, vorab zu sagen, alle Vorschläge seien "absolut". Weder Unterrichtsministerin Schmied noch er würden Einwände haben, würden überzeugende Argumente vorgebracht werden. Darauf, ob die Lehrer bei der Frage des Aufstiegs mit Fünfern etwas mitzureden haben sollen - wie in den neuen Plänen vorgesehen - legt sich Amon ebenfalls nicht fest.