Wien. Wenn ein Land gute Lehrer will, sollte es nur den Besten ermöglichen, diesen Beruf zu ergreifen. Soll heißen: Lehramtsstudien nur für die Geeignetsten, strenge Abschlussprüfungen für angehende Lehrer. Dafür sollen diese aber dann gut entlohnt und ihnen gezielt Karrierestufen eröffnet werden. Das hat die internationale Studie zur Bildung und Entwicklung von Mathematiklehrern "Teds-M" ergeben.

Diese Ergebnisse präsentierte die Berliner Bildungsforscherin Sigrid Blömeke, die am Dienstag in Wien referierte. Damit startete ein zweitägiger Workshops der Österreichischen Forschungsgemeinschaft über die Professionalisierung der Lehrerbildung und deren Chancen. Sie führte auch aus, wo es um die Lehrer schlecht bestellt ist: wo Gehalt und Ansehen gering sind, wo ohne Selektion jeder Lehrer werden kann, wo Kontrollen der Leistung und Karriereperspektiven weitgehend fehlen.

Die Workshop-Teilnehmer sehen in Österreich großen Reformbedarf in der Lehrerbildung. Mit den Erfahrungen aus Finnland, wo der Reformprozess drei Jahrzehnte dauerte, könnte er bei uns, so die Bildungspsychologin Christiane Spiel, viel schneller vor sich gehen. Vor allem in der Fortbildung könne man in kurzer Zeit viel tun, ergänzte der Linzer Pädagoge Georg Hans Neuweg.