Wien. 3500 bis 5000 Jugendliche sind es laut Unterrichtsministerium jährlich, die ohne Pflichtschulabschluss das Schulsystem verlassen. Schulabbrecher haben jedoch ein deutlich erhöhtes Risiko, arbeitslos zu werden, sowie reduzierte Einkommenschancen, betonte Mario Steiner vom Institut für Höhere Studien am Mittwoch in einer Pressekonferenz mit dem Nachhilfeinstitut "LernQuadrat". Letzteres kündigte daher eine Initiative gegen den Schulabbruch an.

Die Maßnahmen: "LernQuadrat" will moderierte Netzwerkgespräche an Schulen, präventive Eltern- und Schultypenberatung und individuelle Lehrerkontakte anbieten, hieß es. Vortragsabende, Diskussionen und eine Informationskampagne seien geplant.

Gleichzeitig hat das Institut Forderungen an die Bildungspolitik gestellt: So brauche es eine generelle Ausbildungspflicht für Jugendliche bis zum 17. Lebensjahr und entsprechende Ausbildungsangebote. Schulen sollen ihre Drop-out-Raten offenlegen müssen und somit Eltern einen Qualitätsvergleich ermöglichen.

Bessere Lehrerausbildung

Vor allem an den berufsbildenden Schulen sei eine bessere pädagogisch-didaktische Lehrerausbildung nötig, gleichzeitig müssten für die Lehrer bessere Arbeitsbedingungen geschaffen werden. Zudem fordert "LernQuadrat" bessere Informations- und Beratungsangebote für Eltern, die mit dem drohenden Schulabbruch ihres Kindes konfrontiert sind.