Es gibt Kinderbuchklassiker, die einfach nicht totzukriegen sind und auch ein Jahrhundert nach ihrem ersten Erscheinen junge Leser finden. So auch die "Häschenschule", die der deutsche Autor Albert Sixtus erstmals im Jahr 1924 gemeinsam mit dem Illustrator Fritz Koch-Gotha veröffentlicht hat. Und das, obwohl sich die Pädagogik seither ordentlich weiterentwickelt hat.

Das mag auch der Grund sein, warum der Esslinger Verlag nicht bloß eine Neuauflage des Originals gedruckt hat, sondern Anne und Rudolf Mühlhaus eine neue Version schaffen ließ. Diese schließt zwar optisch und stilistisch direkt an Albert Sixtus und Fritz Koch-Gotha beziehungsweise den späteren "Häschenschule"-Illustrator Richard Heinrich an, ist aber eben inhaltlich pädagogisch bereinigt, um es einmal so zu formulieren. Abgesehen davon könnte man aber auch genausogut eine Ausgabe von 1924 in Händen halten, wenn man ihr neues Buch "Ferien in der Häschenschule" durchblättert (die Häschenfamilie spielt Laute und Brettspiele, sitzt im Ruderboot und hat kein Handy), in dem traditionelle Werte wie Naturbewusstsein, Hilfsbereitschaft und Familienzusammenhalt hochgehalten werden. Womit wieder einmal bewiesen wäre, dass früher vielleicht nicht unbedingt alles besser war, aber zumindest auch nicht alles schlechter. Anne und Rudolf Mühlhaus haben jedenfalls ihre Hausaufgaben in der "Häschenschule" voll und ganz erledigt.

Anne und Rudolf Mühlhaus:
Ferien in der Häschenschule
Alfred Hahn's Verlag/Esslinger
28 Seiten; ab 6 Jahren; 10,30 Euro