Rom. Italien droht Brüssel mit der Kürzung von Beiträgen in Höhe von 100 Millionen Euro, sollte die EU nicht aktiv zur Kontrolle des Mittelmeerraumes beitragen. "Italien zahlt jährlich 100 Millionen Euro für die südliche EU-Grenze. Wenn uns Brüssel nicht hilft, kürzen wir diese Summe von unseren EU-Beiträgen", kündigte Italiens Innenminister Angelino Alfano an.

Italien sei bereit, mit der EU einen Konflikt über das Thema Migration zu öffnen. Der Minister warnte, dass Hunderttausende Menschen in Libyen auf die Abfahrt nach Italien warten. "Europa muss die Augen öffnen", forderte Alfano laut Medienangaben. Zuletzt hatte der Minister berichtet, dass 800.000 Menschen in Libyen darauf warten würden, die gefährliche Überfahrt nach Italien anzutreten.

Hektische Rekationen
Die Drohung des italienischen Innenministers sorgte für hektische Reaktionen in Brüssel. "Die Beiträge, die die EU-Mitgliedsstaaten für die EU-Bilanzen zahlen, sind nicht in Bereiche aufgeteilt. Jedes Mitgliedsstaat trägt aufgrund seines Bruttoinlandprodukts zum gesamten EU-Haushalt bei", erklärte der EU-Kommissionssprecher Patrizio Fiorilli.

Unterdessen fliehen immer mehr Menschen in Richtung Sizilien. In den vergangenen zwei Tagen trafen erneut tausend Migranten auf der italienischen Mittelmeerinsel ein. Am Mittwoch erreichten 460 Migranten den sizilianischen Hafen Pozzallo. Weitere 500 Flüchtlinge, darunter 133 Minderjährige, hatten am Mittwoch die Küste Siziliens erreicht. Die Polizei nahm vier mutmaßlicher Schlepper fest.

Nächste Woche ist in der sizilianischen Stadt Catania eine Trauerzeremonie für die 17 Opfer des Schiffsunglücks vor der Küste von Lampedusa vorgesehen, das sich am 13. Mai ereignet hatte. Geplant ist eine multireligiöse Zeremonie.