Schon als Vorgeschmack auf die vom 4. bis 6. Juni 2016 in der Wiener Hofburg stattfindende internationale Weinmesse VieVinum sei auf einen herausragenden, in diesem Rahmen als Gastwinzer auftretenden Akteur aus Deutschland hingewiesen: Clemens Busch. Seine biologisch erzeugten, puristischen Weine sind in entsprechender Bandbreite auch in der Weinhandlung Punkt 404 in der Bräuhausgasse 40 in Wien-Margareten vorhanden.

Clemens und Rita Busch haben das 1802 erstmals urkundlich erwähnte, elf Hektar Rebfläche umfassende Weingut im Jahr 1986 übernommen und seither nach ökologischen Kriterien bearbeitet. Mittlerweile ist auch Sohn Florian in den Betrieb integriert, der sich besonders um die biodynamischen Aspekte im Weinbau kümmert. Das Gutshaus der Familie liegt direkt am Moselufer, wo einige der spektakulärsten Lagen dieses Bereichs situiert sind. Der Weinort Pünderich befindet sich am Eingang des Moselbogens Zeller Hamm und ist – je nach Blickrichtung – entweder noch an der Mittelmosel oder am Beginn der Terrassenmosel zu orten.

Schiefer in rot, blau und grau

Angebaut wird nahezu ausschließlich Riesling, der auf den Schieferböden der Lage Marienburg seine ganze Größe entfalten kann, sowie etwas Müller-Thurgau und Spätburgunder. Es fügt sich wunderbar, dass im Umkreis der Lage Marienburg Schiefer in drei verschiedenen Tönungen vorkommt, nämlich als grauer und blauer Schiefer sowie als seltener rot getönter. Diese verschiedenartigen Unterböden in den einzelnen Parzellen bringen auch durchaus verschiedene Aromenbögen hervor. So sind die Weine vom grauen Schiefer eher zart und feinstrahlig gehalten und jene vom blauen Schiefer sehr kühl und elegant, wobei die Gesteinsnote hier wohl am stärksten zutage tritt. Sozusagen die gemütlichsten Weine, die von Anfang an überaus rund und fruchttief wirken, kommen dann vom roten Schiefer.

Clemens Busch ist Mitglied der biodynamischen Gruppe "respekt-Biodyn", der auch eine Reihe von österreichischen Top-Winzern angehört. - © Andreas Durst
Clemens Busch ist Mitglied der biodynamischen Gruppe "respekt-Biodyn", der auch eine Reihe von österreichischen Top-Winzern angehört. - © Andreas Durst

Grundsätzlich werden im Ausbau trockene Weine mit intensiver Mineralität angestrebt, wobei in Jahren mit hoher Reife auch etwas Restzucker gerne in Kauf genommen wird. Die spontane Vergärung erfolgt dann langsam und geduldig. Eine Mazeration des Traubengutes findet je nach Möglichkeit statt, im herausfordernden Jahrgang 2014 hat sie sich auf drei Stunden Maischekontakt beschränkt. Nach langsamer Pressung kommen die Jungweine dann durchwegs in große Holzfässer mit 1000 Liter Inhalt, sogenannte Moselfuder, die zum Großteil schon 50 Jahre oder länger in Verwendung stehen. 2015 konnte durchwegs gesundes Traubengut gelesen werden, das mit gutem Mostgewicht und passendem Säuregehalt versehen ist. Die am gegenüberliegenden Flussufer gelegenen, zum Teil enorm steilen Weinberge werden nicht nur nach den Lagen Pündericher Marienburg und Pündericher Nonnengarten benannt, sondern nach den einzelnen Parzellen, die auch, wenn es sich um kleinere Mengen handelt, samt und sonders eigenständig ausgebaut werden. Der Charakter dieser einzelnen Fraktionen – die wichtigsten sind wohl Falkenlay, Fahrlay, Rothenpfad und Felsterrasse – ist so unterschiedlich, dass die Vermengung in einer Cuvée zwar denkbar, aber wirklich schade wäre.