Die Welt dreht sich um Information und Information reist um die Welt. In Sekundenschnelle, seit es das Internet gibt. Doch wie kommt der Mensch an Information? Und wie geht er mit diesem kostbaren Gut um? Und was davon ist wirklich wichtig? Kann es sein, dass die hereinbrechende Datenmenge schlichtweg überfordert? Eine Antwort oder zumindest einen forschen Erkenntnisanspruch darauf erheben Gerhard Scheucher und Helmut Feier in ihrem Buch "Der Echtzeitmensch". Das Interesse der Autoren - sie sind Geschäftsführer des Consultingunternehmens e-century - gilt vor allem der komplexen Welt der Bits und Bytes. Ihr Anliegen ist es, dieses unendliche Fachwissen samt ausgefeiltem Fachvokabular einem möglichst breiten Publikum in straffer und prägnanter Form zugänglich zu machen.

Tatsächlich gelingt es, alltägliche Kommunikations- und Informationsprozesse so aufzubereiten, dass die Thematik für Laien zugänglicher und verständlicher wird. Dass Information im Leben überall zu finden ist, sich in jeder Art von Materie, Muster, Struktur versteckt, und einen zentralen Platz in der Wissensgesellschaft einnimmt, darauf zielen die Autoren schon im Vorwort: "Nicht Geld, sondern Information regiert heute die Welt; sie ist das Material, aus dem Erfolge und Misserfolge, Karrieren und Niederlagen geschmiedet werden". Sie betonen dies auch mit der märchenhaften These über den Informationsvorsprung: "Hätte Schneewittchen gewusst, dass der schöne rote Apfel der Stiefmutter vergiftet war, so wäre der ganze Schlamassel mit dem gläsernen Sarg und den sieben Zwergen überhaupt nicht passiert".

In ähnlich erfrischender Weise begeben sich die Autoren nach und nach auf eine umfassende Reise, um dem Phänomen "Information" ein passendes Gesicht zu geben: Sie führt von der "Verstehensgesellschaft" und "Alles Leben ist Information" zur Frage "Wird die Freiheit zur Gefahr?" und wagt mit "Was kommt als Nächstes?" bzw. "Was bringt die ganze Technik?" einen Ausblick in mögliche Zukunftsszenarien. Geschickt portioniert spart man auch hier keineswegs mit pointierten Überlegungen à la "Ein Tag im Jahre 2015". Einzig allein würde man sich manche Kapitel ausführlicher und konkreter wünschen. Hilfreich ist ein umfangreiches Glossar im Anhang. Schließlich ist "Der Echtzeitmensch" ein Standardwerk für all jene, die sich einen Überblick über Information, Computer und Internet verschaffen wollen. Das Ergebnis liest sich nicht zu technisch und doch informativ, nicht zu sachlich, weil doch philosophisch "anregend". Mehr Information darüber - und wie könnte es anders sein - gibt es im Internet unter www.echtzeitmensch.com .
Scheucher Gerhard, Helmut Feier: Der Echtzeitmensch. Leykam, Graz 2003.