Simon Guerels Kurzgeschichten sind einfach da. Sie fügen sich nicht zu einem großen Ganzen, sie erheben keinen Anspruch auf irgendetwas. Sie fangen einfach an, verlaufen mehr oder weniger pointiert - und irgendwann enden sie, relativ unspektakulär, aber wohldurchdacht. Es sind Kurzgeschichten zum Zwischendurchlesen und Schmunzeln, unterhaltsam und kurzweilig, aber nicht aufregend, sprachlich ausgefeilt, aber nicht überheblich oder überhoben. Und genau das macht den kleinen Sammelband - in dem zum Beispiel eine ans Ufer gespülte Sirene für Aufregung unter Fischern und Diskobesuchern sorgt, ein Kauz (der dem Buch den Titel gibt) einen Kommunenbewohner besucht und sich mit ihm unterhält oder zwei junge Tramperinnen aus Wien mit einem liegengebliebenen VW-Bus einen Slowenen treffen, aus den Augen verlieren und irgendwann unversehens wieder treffen - so schön zu lesen. Mehr ist dazu eigentlich nicht zu sagen. Und mehr will die Autorin, so scheint's, eigentlich auch gar nicht sagen. Sondern einfach ihre Geschichten erzählen. Und das tut sie gut.

Simon Guerel: Der Kauz - Kurzgeschichten
Verlag Textrahmen; 127 Seiten; 15,90 Euro