Fettes Brot, 1992 in Hamburg gegründet, sind für Hits wie "Jein", "Schwule Mädchen" oder "Emanuela" bekannt. Aus ihrer Radiosendung "Was wollen wissen?", in der die Band Fragen beantwortet, ist nun ein gleichnamiges Buch entstanden, das kommende Woche im Rowohlt Verlag erscheint. Fettes Brot präsentieren es am 15. März im Wiener WUK. Anlass für ein Gespräch über Fragen, Unsinn und Vorbereitung – sowie den Weltfrieden und Helene Fischer.

"Wiener Zeitung": Der ehemalige österreichische Fußballprofi Günther Neukirchner hat einmal ein aufgebrachtes Interview gegeben, in dem er dem Reporter vor allem mitgeteilt hat, dass er "depperte Fragen" stellt. Sie sind mit Ihrer Sendung "Was wollen wissen?" auf beiden Seiten zu Hause. Sie bekommen es mit blöden Fragen zu tun, müssen diese aber auch blöd beantworten.

Björn Beton: Interviews mit Leuten, die sich darüber beschweren, dass sie Fragen gefragt werden, sind natürlich immer sehr amüsant. Wir selbst aber halten es mit Forrest Gump: "Es gibt keine doofen Fragen, es gibt nur doofe Antworten." In unserer Sendung kann man uns fragen, was man will, muss allerdings damit rechnen, dass man nicht immer die Antwort bekommt, die man gerne hätte.

Publilius Syrus hat gesagt: "Nicht jede Frage verdient eine Antwort." Ich nehme an, Sie müssen hier widersprechen, um Ihr zweites Standbein nicht zu gefährden?

König Boris: Richtig. Außerdem macht es in einer Zeit, in der alle alles laut ins Internet schreien und immer eine Meinung haben, einfach sehr viel Spaß zu behaupten, man wüsste alles - obwohl man gar nichts weiß. Wir haben schon immer am liebsten Unfug gemacht, sind dann damit ins Radio gegangen, und nun folgt die Buchform, was uns sehr stolz macht. Ab jetzt lassen wir uns siezen!

Einer Ihrer größten Hits trägt den Titel "Jein". "Jein" ist im Wesentlichen eine sehr unbefriedigende Antwort.

Björn Beton: Also das kann ich so nicht stehen lassen! Manchmal ist "Jein" doch das Beste, das man sagen kann.

Dokter Renz: Jein ist eine optimale Ausflucht aus schwierigen Fragestellungen, und es ist ein klassischer Cliffhanger. Man hat das Gefühl, so richtig entschieden haben die sich noch nicht.

König Boris: Schalten Sie beim nächsten Mal wieder ein!

Ihr erstes Standbein heißt Hip-Hop. Ihre Sendung ist live und Ihre Antworten entstehen spontan. Ist die Call-in-Sendung die FreestyleVersion der Radiounterhaltung?

Dokter Renz: Ja, das kann man sicher so sagen. Obwohl wir auf der Bühne eher nicht die Meister des Freestyles sind. Unsere Freunde von Blumentopf beherrschen das etwa so perfekt, dass wir uns mehr oder weniger kampflos gleich in die zweite Reihe begeben haben. Das gegenseitige Zuwerfen der Bälle allerdings haben wir schon auf der Bühne gelernt. Da durften die Ansagen schon einmal länger als die Songs selbst dauern.