(dawa) Schubert trifft Belcanto. Edita Gruberovas immer wieder gern erlebter Zugang zu dem Wienerischsten aller Komponisten ist ein Genuss im Klangfluss. Die slowakische Nachtigall (auch ihre Stimme wurde logischerweise reifer, und das steht Schubert gut) lässt den Biedermeier-Perlen vielleicht mehr Lautmalerei denn Wortdeutlichkeit angedeihen.

Edita Gruberova: Schubert-Lieder Nightingale Classics, 1 CD, ab 16 Euro
Edita Gruberova: Schubert-Lieder Nightingale Classics, 1 CD, ab 16 Euro

Das musste sich das hiesige Publikum bei ihrem zuletzt gehörten, fulminanten Liederabend in der Wiener Staatsoper eingestehen. Auf vorliegender Einspielung gilt: Einhören ist empfohlen, dann wird alles einfach.

Mit unglaublichem Respekt begegnet Gruberova dem Lied der Mignon, wirklich mystisch erblühen die Suleikas, und bezaubernd gelingt das Heidenröslein! Alexander Schmalcz am Klavier ist der perfekte Begleiter. Er trägt ihren Schöngesang auf der Melodiewelle mit, ohne sich auch nur einmal in den Vordergrund zu drängen. Diese Aufnahme lebt von dem Miteinander der beiden Künstler. Mit vollem Verve lassen sich so die italienischen Canzonetten wie richtige Rossini-Arien genießen.

Fazit: ein wirklich höchstpersönliches Zeugnis einer ganz großen Sängerin.