Wer glaubt, alles schon gehört zu haben, könnte bei Xinli-supreme doch noch die eine oder andere Grenzerfahrung machen. Dabei beginnt alles ganz harmlos mit einer vom Jazz inspirierten Klaviermelodie. Dann jedoch wird eine Horde Kobolde auf Modelliermasse losgelassen. Es handelt sich bei der EP "The First Train" denn auch um Musik als übersteuerte Plastik, deren Form an malträtierten Ton erinnert.

Das japanische Duo aus Yasumi Okano und Takayuki Shouji, dessen Debüt bereits im Jahr 2002 erschienen ist, bedient sich vielfältiger Stilmittel - Jazz, Dancefloor, J-Pop, Noise, Punk oder Industrial - nicht, um diese neu zu ordnen, sondern um sie übereinanderzuschichten. Durch den akustischen Nebel hindurch hört man mehrere Musikstücke auf einmal. Immer wieder jedoch blitzen in der chaotischen Menge Strukturzusammenhänge auf, die der Orientierung dienen. Gegen Ende wähnt man sich gar in einer Karaokebar. Doch auch diese Vertrautheit wird von einem diffusen Rauschen durchbrochen . . .